Verleihung des Ernst-Klapp-Zukunftspreises an Dr. Moritz Reckling

Foto: Dr. Moritz Reckling

Die Gesellschaft für Pflanzenbauwissenschaften e. V. verlieh auf der 62. Jahrestagung am 12. September in Berlin den Ernst-Klapp-Zukunftspreis an Dr. Moritz Reckling.

02.10.2019 · FV Lebensmittel & Ernährung

Die Gesellschaft für Pflanzenbauwissenschaften e. V. verlieh auf der 62. Jahrestagung am 12. September in Berlin den Ernst-Klapp-Zukunftspreis an Dr. Moritz Reckling, Pflanzenbauwissenschaftler am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V.

Der Preis soll, neben der Honorierung herausragender wissenschaftlicher Qualität, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einer größeren Öffentlichkeit vorstellen – auch um die Bedeutung aktueller pflanzenbaulicher Forschung in der Gesellschaft diskutieren zu können. Der Preis ist mit 2.500 € dotiert und wird an Nachwuchswissenschaftler/innen, die auf dem Gebiet der Pflanzenbauwissenschaften als Doktoranden/innen tätig sind oder waren und deren Dissertation im Wesentlichen abgeschlossen ist bzw. deren Promotion nicht vor 2018 erfolgt ist.

Dr. Moritz Reckling behandelte in seiner Doktorarbeit ein für die Landwirtschaft hochaktuelles Thema: die Wiederbelebung des Leguminosenanbaus in Europa.

Leguminosen, wie Sojabohnen und Lupinen, liefern hochwertiges Eiweiß für die menschliche Ernährung sowie für Tierfutter. Das große Potential der Pflanzenfamilie liegt aber in ihrer positiven Umweltwirkung: Ihr Anbau fördert den Aufbau von fruchtbarem Humus im Boden, reduziert Treibhausgase und erhöht die Vielfalt von Agrarlandschaften. Leguminosen bieten sich daher besonders in einer Fruchtfolge mit weiteren Fruchtarten wie Weizen oder Mais an. Eine weitere Besonderheit steckt in kleinen Knöllchen an ihren Wurzeln. Dort leben Bodenbakterien, sogenannte Rhizobien. Sie gehen eine Symbiose mit den Pflanzen ein und wandeln Stickstoff aus der Luft in Stoffe um, die für das Pflanzenwachstum dringend benötigt werden. Als „Gegenleistung“ erhalten die Bakterien lebenswichtige organische Stoffe. Stirbt die Pflanze nach der Ernte ab, wird der Stickstoff aus den Ernteresten im Boden angereichert und kann nachfolgenden Pflanzen als natürlicher Dünger dienen.

„Obwohl die globale Nachfrage nach eiweißhaltigen Pflanzen steigt, ist der Anbau von Leguminosen mit gerade mal 2 % der Ackerfläche in Europa noch nicht sehr weit verbreitet“, erklärt der Preisträger Dr. Moritz Reckling. „Grund dafür ist, dass ihr Anbau von vielen immer noch als unprofitabel und riskant eingeschätzt wird.“ Daher wird etwa 70 % des Eiweißbedarfes durch importierte Sojabohnen aus Nord- und Südamerika gedeckt. In seiner Doktorarbeit suchte er nach Lösungen, den Anbau auch in Europa attraktiver zu machen. Dazu entwickelte er Methoden, um die ökonomischen und ökologischen Effekte des Leguminosenanbaus und deren Produktionsrisiken in der europäischen Landwirtschaft zu bewerten. Die Ergebnisse zeigen, dass Leguminosen sowohl ökologisch als auch ökonomisch eine Alternative zu etablierten Feldfrüchten sein können.

 

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